Ishigaki-jima - Das Tor zu den Yaeyamas

Besucher der Yaeyama-Inseln landen zunächst auf dem kleinen Flughafen von Ishigaki-jima. Vor einigen Jahren war die Insel übrigens noch per Fähre der Arimura-Linie auf ihrem Weg von den Hauptinseln Japans über Okinawa und Miyako-jima nach Taiwan zu erreichen, doch seit die Gesellschaft ihren Dienst einstellen mußte, ist diese Möglichkeit meines Wissens nicht mehr gegeben.

Anreise nach Ishigaki


Ishigaki ist der zentrale Ausgangspunkt, um die umliegenden Inseln der Yaeyama-Gruppe zu besuchen. Mit der Fähre lassen sich beispielsweise Iriomote-jima und Taketomi-jima bequem mehrmals täglich erreichen. Weiter entfernte Ziele wie Hateruma-jima sowie Yonaguni-jima werden sowohl per Fähre als auch mit dem Flieger ab Ishigaki angesteuert, wenn es die Wettersituation zuläßt.

Doch sollte man Ishigaki nicht nur als Zwischenstation auf der Weiterreise betrachten. Es lohnt sich zu erkunden, was Insel und Stadt selbst an Überraschungen bereithalten. Im Yaeyama-Museum kann man sich mit der Geschichte der Inseln vertraut machen oder in der Samurai-Villa Miyara dunchi einen Eindruck davon bekommen, wie man im 17. Jahrhundert hier lebte (Betreten ist nicht möglich).

Im Garten der alten Samurai-Villa „Miyara dunchi“


Im Minsā-Kunstgewerbszentrum minsā kōgeikan ミンサー工芸館 erfährt man nicht nur Einiges über das traditionelle Webehandwerk der Yaeyama-Inseln, sondern man kann sich auch selbst an der Herstellung eines solch schönen Stückes versuchen.

Bei einem Ausflug über Land sollte man auf keinen Fall die malerische Kabira-Bucht versäumen, bei einer Rundfahrt mit dem Glasbodenboot erhält man trockenen Fußes Einblick in die Unterwasserwelt. Des weiteren besticht die Landschaft der Insel, vor allem eine Umrundung entlang der Küste bringt beeindruckende Ansichten und Fotomotive - nicht nur bei Sonnenuntergang.

Die Kabira-Bucht Sonnenuntergang am Meer


Im Naturreservat Banna-Park im Inselinneren hat man aus gut 200 m Höhe eine fantastische Aussicht über Ishigaki-jima. Hier lässt es sich angenehm wandern, und man kann die hier lebenden Vögel und anderen Tiere beobachten. Lustigerweise ist einer der Aussichtstürme in Form eines überdimensionalen Vogeleis erbaut.
Familien mit Kindern werden darüber hinaus sicher von den vorhandenen Spielmöglichkeiten begeistert sein.

Nicht nur bei schlechtem Wetter bietet sich ein Besuch der Tropfsteinhöhle auf Ishigaki an, die erst 1973 entdeckt wurde. Von der über 3 km langen Höhlenanlage sind derzeit 660 m zur Besichtigung freigegeben, mit phantastischen und oft atemberaubend schönen Steinformationen.

Erwähnt werden soll zu guter Letzt auch das „Tōjinbaka“ 唐人墓, der Friedhof für die chinesischen Arbeiter. Im Jahre 1852 sollten etwa 400 von ihnen auf einem Britisch-Amerikanischen Schiff von Xiamen nach Kalifornien gebracht werden. Auf der Überfahrt wurden sie jedoch äußerst schlecht behandelt, es kam zu einem Aufstand, in dessen Folge sie auf die Insel Ishigaki kamen. Sie wurden von den Einwohnern freundlich aufgenommen, doch kurze Zeit darauf kam die Besatzung des Schiffes zurück, suchte nach den Flüchtigen und tötete 128 von ihnen in einer Racheaktion. Ihnen zu Ehren wurde der Friedhof im typisch chinesischen Stil errichtet.

Der Chinesische Friedhof

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