Was bietet die Präfektur Okinawa?

Anmerkung: Die Fotos auf dieser Seite stammen nicht von mir. Sie wurden mir freundlicherweise vom Okinawa Convention & Visitors Bureau zur Verfügung gestellt und sind frei verwendbar.

Die Kultur der Ryūkyū-Inseln unterscheidet sich stark von der des Hauptlandes, so daß die subtropischen Inselgruppen auch auf japanische Besucher einen Reiz der Exotik besitzen. Die Präfektur Okinawa gilt daher als populärste Reiseregion des innerjapanischen Tourismus, wohingegen ausländische Japan-Reisende eher selten hierher kommen.
Dennoch lohnt es sich, bei einer Reiseplanung ins Land der aufgehenden Sonne auch Okinawa einmal in Betracht zu ziehen, denn die Inseln können weitaus mehr bieten als nur eine Verlängerungswoche des Urlaubs am Strand unter südlicher Sonne.

Möchte man direkt nach Ankunft in Japan nach Okinawa weiterfliegen, empfiehlt es sich, die Tour von Osaka aus zu starten. Das hat den Vorteil, daß man direkt nach der Anreise am Kansai International Airport wieder abheben kann. Reist man statt dessen über Tokyo, müßte man für den Inlandsflug nach seiner Ankunft zunächst den langen Weg von Narita zum Flughafen Haneda auf sich nehmen.
Darüber hinaus kann man auch von einer Anzahl anderer asiatischer Flughäfen Okinawa anfliegen, sei es von Hongkong, Shanghai oder Taipei.

Es mag auf den ersten Blick zustimmen, daß die Präfektur Okinawa weniger an weltbekannten Sehenswürdigkeiten zu bieten hat als andere Reiseziele Japans wie beispielsweise Kyoto. Ebenso lassen sich diverse Bausünden vor allem auf der Hauptinsel leider nicht wegleugnen, z.B. in Form recht lieblos hochgezogener Hotels als Folge übermäßig starker Popularität. Doch das ist nur eines der vielen Gesichter Okinawas, und es lohnt sich, hinter die Fassade des ersten Eindrucks zu schauen und zu sehen, was die Ryūkyū-Inseln für den Besucher bereithalten.

Attraktionen auf Okinawa

Zuallererst an dieser Stelle zu erwähnen sind die alten Paläste des Ryūkyū-Königreiches, die einen Platz in der World Heritage List der UNESCO erhalten haben. Die wahrscheinlich bekannteste und wichtigste Sehenswürdigkeit auf der Hauptinsel ist ohne Zweifel das Schloss Shuri 首里城, der Sitz der Könige und somit Zentrum des höfisch-kulturellen Lebens. Sowohl der Palast selbst als auch die ihn umgebenden Befestigungs- und Gartenanlagen vermitteln einen hervorragenden Eindruck aus längst vergangenen Zeiten, dabei fällt vor allem der chinesische Einfluss deutlich ins Auge. Man erreicht Shuri sehr bequem nach kurzer Fahrt mit der yui-Monorail von Naha aus, ab der gleichnamigen Endstation ist es nur noch ein kurzer Spaziergang.

Von weiteren Anlagen sind heute nur noch Ruinen erhalten, die deswegen jedoch nicht weniger reizvoll sind! Erwähnen möchte ich an dieser Stelle die Festungen Zakimi-jou 座喜味城 und Nakagusuku 中城, die als besonders sehenswert gelten.

Der Königspalast Shuri Die Ruinen von Nakagusuku... ... und von Zakimi-jo

Einen kleinen Eindruck der alten Religion Okinawas kann man bei einem Besuch der heiligsten Kultstätte erhalten: Sēfa utaki 斎場御嶽. Der Legende nach soll der Platz von Amamiku selbst erschaffen worden sein, der Gründerin der Ryūkyū-Inseln. Männern war das Betreten der Stätte lange Zeit verboten, von hier aus wurden Gebete in Richtung der göttlichen Insel Kudaka abgehalten. Auch wenn die Gebäude der Schreinanlagen nicht mehr existieren, sind die Höhlen und Steinformationen der Anlage nach wie vor einen Besuch wert.

Die Kultstätte Sēfa utaki

Für historisch interessierte Besucher, die sich genauer über Okinawa während des Zweiten Weltkriegs informieren wollen, lohnt sich ein Besuch des Peace Memorial Parks und des Himeyuri-Monuments.

Im Peace Memorial Museum

Möchte man sich allgemein über Kultur und Geschichte der Ryūkyū-Inseln informieren, bietet sich das Okinawa Prefectural Museum an in Naha an. Das im gleichen Gebäude untergebrachte Kunstmuseum birgt eine Sammlung okinawaischer Kunst aus der Zeitform und nach dem Krieg.
Auf unterhaltsame und zugleich lehrreiche Weise kann man die Inseln auch in den Themenparks „Okinawa-World“ (Incl. Gyokusendō-Tropfsteinhöhle) und „Ryūkyū-mura“ kennenlernen. Angefangen von Musik und Tanz über die Eßkultur, traditionelle Architektur und Handwerk bis hin zu den heimischen Habu-Schlangen kann man hier allerhand Wissenswertes erfahren.
Nach einer ausgiebigen Betrachtung der Geschichte möchte man natürlich auch am Leben auf den Inseln heute teilnehmen, sehen, was für Erfahrungen den Besucher erwarten. In Naha ist die kokusai-dōri 国際通り(„Internationale Straße“) der sicher größte Magnet für jeden Besucher. Hier findet man eine Vielzahl an Restaurants, Bars und selbstverständlich auch Geschäfte für alles, was den Touristen reizen könnte: Ob nun originelle T-Shirts, eine Okinawa-Sanshin, Keramik (vor allem in der nahegelegenen Tsuboya-yachimun-dōri 壺屋やちむん通り), kulinarische Spezialitäten oder einfach ein typisches Mitbringsel. Auch wenn man zugegebenermaßen manche dieser Erzeugnisse in anderen, weniger zentral gelegenen Gegenden vielleicht preisgünstiger erstehen kann, ist ein Spaziergang entlang der kokusai-dōri und der umliegenden Straßen immer wieder interessant und lohnenswert.

Ein kaum zu übersehendes Restaurant in Naha Großes Tauziehfestival in Naha

Leider muß man feststellen, daß vor allem der Süden der Insel sehr zugebaut ist, erst bei einem Ausflug in die weiter nördlich gelegenen Regionen entfaltet sich dem Besucher der Reiz der Subtropen, sowie eine Anzahl weiterer Sehenswürdigkeiten.
Im zentralen Teil steht das Okinawa Churaumi-Aquarium 沖縄美ら海水族館, eine atemberaubende Aquariumsanlage, in deren gigantischen Becken selbst Riesen wie Mantarochen oder mehrere Walhaie ihre Kreise ziehen. Darüber hinaus ist das „Schönes-Meer-Aquarium“ (so die Übersetzung) sehr lehrreich, wenn man Genaueres über die umliegenden Meere erfahren möchte.
Noch weiter im Norden Okinawas liegt das Dorf Ōgimi, welches für seinen hohen Anteil an Über-Einhundertjährigen Einwohnern bekannt geworden ist. Kulinarisch interessierte Besucher, die die Geheimnisse der Langlebigkeit ein klein wenig kennenlernen wollen, werden bei einem Besuch im Restaurant „Emi no mise“ bei einem „Menü für ein Langes Leben“ auf ihre Kosten kommen, eine möglichst frühe Reservierung vorausgesetzt.

Weitere Ausflugsziele stellen die umliegenden Inselchen dar, z.B. Kerama mit der Möglichkeit zur Walbeobachtung oder die Insel Kume, die als ein besonderes Schmuckstück gilt.

Das Dorf Ōgimi Auf der Insel Kume

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